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Elektriker, der mit Messgeräten die elektrische Sicherheit von Geräten und Komponenten prüft

Elektrische Sicherheit

Grundlage für jede Marktzulassung

Im Rahmen der elektrischen Sicherheitsprüfung werden Produkte unter realistischen Betriebsbedingungen getestet. Dazu gehören unter anderem elektrische, mechanische und thermische Belastungen, um die Konformität mit internationalen Standards nachzuweisen. 

Die relevanten Anforderungen werden unter anderem durch IEC- und EN-Normen, die EU-Niederspannungsrichtlinie (2014/35/EU) sowie internationale Zertifizierungsprogramme wie das CB Scheme oder NRTL-Zertifizierungen für den nordamerikanischen Markt definiert. 

DAkkS - Deutsche Akkreditierungsstelle
DAkkS - Deutsche Akkreditierungsstelle
Alle Akkreditierungen
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Elektrische Sicherheit im Überblick

Das Risiko durch elektrische Geräte muss für Menschen, Tiere und Sachwerte auf ein Minimum reduziert werden. Deshalb gelten für elektrische Produkte verbindliche Sicherheitsanforderungen.  

Innerhalb der EU sind diese Anforderungen durch die Niederspannungsrichtlinie (2014/35/EU) harmonisiert. Hersteller müssen sicherstellen, dass ihre Produkte während der gesamten Lebensdauer keine Gefährdungen verursachen. 

Typische Schutzmaßnahmen sind beispielsweise: 

  • Schutz gegen direktes Berühren durch Isolierung spannungsführender Teile (z. B. Stromleitungen) 
  • Schutz gegen indirektes Berühren durch Schutzleiter oder leitfähige Gehäuse 
  • geeignete Isolations- und Schutzmaßnahmen gegen elektrische Fehler
Verschiedene Stecker, die auf elektrische Sicherheit geprüft werden müssen

Unsere Akkreditierungen für Prüfungen der elektrischen Sicherheit

Als akkreditiertes Prüflabor für elektrische Sicherheitsprüfungen unterstützen wir Hersteller und Entwickler bei der Prüfung, Zertifizierung und internationalen Marktzulassung elektrischer Geräte. 

Unsere Akkreditierungen ermöglichen es uns, Sicherheitsprüfungen nach internationalen Normen und Richtlinien durchzuführen und weltweit anerkannte Prüfberichte bereitzustellen. 

Internationale Anerkennungen und Zertifizierungen 

  • DAkkS-Akkreditierung nach ISO/IEC 17025 
  • CB Scheme für internationale Zertifizierungsverfahren 
  • NRTL-Zertifizierungen nach UL- und CSA-Standards für den Marktzugang in den USA und Kanada 

Diese Anerkennungen gewährleisten, dass unsere Prüfberichte weltweit akzeptiert werden und Hersteller ihre Produkte effizient in verschiedenen Märkten zulassen können. 

 

Akkreditierte Normen und Prüfstandards 

Unsere Akkreditierung im Bereich elektrische Sicherheit umfasst unter anderem Prüfungen nach diesen internationalen Sicherheitsnormen: 

  • EN/IEC 62368-1 – Sicherheitsanforderungen für Audio-, Video-, IT- und Kommunikationstechnik 
  • EN 61010-1 – Sicherheitsanforderungen für elektrische Mess-, Steuer-, Regel- und Laborgeräte 
  • AS/NZS 62368-1 und AS/NZS 60950-1 – Sicherheitsanforderungen für Produkte für Australien und Neuseeland 
  • EN/IEC 60601-1-x sowie EN/IEC 61010-2-040 – Sicherheitsprüfungen für medizinische Geräte und spezielle Laboranwendungen 

 

Effiziente Unterstützung bei der Marktzulassung 

Durch die Kombination aus akkreditierter Normenprüfung, international anerkannten Zertifizierungsverfahren und langjähriger Prüferfahrung begleiten wir Unternehmen zuverlässig durch den gesamten Prozess zur Prüfung der elektrischen Sicherheit von Produkten.

Von der technischen Bewertung über normkonforme Prüfungen bis zur vollständigen Dokumentation erhalten Sie alle Leistungen für die Marktzulassung elektrischer Produkte aus einer Hand. 

Anwendungsbereiche & Prüfumfang der elektrischen Sicherheitsprüfung

Unsere Prüfungen der elektrischen Sicherheit decken ein breites Spektrum von Produkten und Branchen ab. Sie orientieren sich dabei an relevanten nationalen und internationalen Normen. 

Typische Produktkategorien 

  • Geräte der Informations- und Kommunikationstechnik 
  • Audio- und Videotechnik 
  • Elektrische Haushaltsgeräte
  • Industrielle Anlagen und Systeme 
  • Medizintechnische Geräte (ergänzende Sicherheitsprüfungen) 

Prüfgegenstände 

  • Schutz gegen direktes & indirektes Berühren spannungsführender Teile 
  • Isolationsfestigkeit elektrischer Komponenten 
  • Messung von Ableitstrom und Berührungsstrom 
  • Temperatur- & Überlastprüfungen 
  • Mechanische Belastbarkeit und Beanspruchung 
  • Einhaltung der Sicherheitsziele gemäß Niederspannungsrichtlinie (LVD) 

Elektrische Sicherheit: Typische Testszenarien & Prüfungen

Je nach Zulassungsziel und regulatorischen Anforderungen werden für elektronische Geräte unterschiedliche Testszenarien durchgeführt. Diese Prüfverfahren dienen dazu, die elektrische Sicherheit, Funktionsfähigkeit und mechanische Belastbarkeit der Geräte zuverlässig zu bewerten. 

Unabhängig vom jeweiligen Zulassungsregime lassen sich die wichtigsten Prüfungen im Bereich der elektrischen Sicherheit in mehrere Kategorien unterteilen. 

Messung des Schutzleiterwiderstands 

Bei der Messung des Schutzleiterwiderstands wird der niederohmige Durchgang des Schutzleiters überprüft. Ziel dieser Prüfung ist es, sicherzustellen, dass im Fehlerfall ein gefährlicher Strom zuverlässig über den Schutzleiter abgeführt wird. 

Bereits ein kurzzeitig erhöhter Schutzleiterwiderstand kann auf eine Unterbrechung des Schutzleiters oder eine Störung innerhalb der Schutzleiterbahn hinweisen und stellt somit ein potenzielles Sicherheitsrisiko dar. 

Messung von Ableitstrom und Berührungsstrom 

Die Messung des Ableitstroms und des Berührungsstroms dient der Bewertung möglicher elektrischer Gefährdungen für den Menschen. Dabei wird geprüft, ob schädliche Ströme über berührbare Teile eines Geräts oder über den Schutzleiter fließen können. 

Diese Prüfungen sind ein zentraler Bestandteil moderner Sicherheitsbewertungen von elektrischen Geräten. 

Hochspannungsprüfung (Isolationsprüfung) 

Bei Hochspannungstests wird die Isolationsfestigkeit elektronischer Komponenten überprüft. Diese Prüfungen sind besonders wichtig für Geräte im Niederspannungsbereich der Schutzklasse I und II. 

Durch das Anlegen einer erhöhten Prüfspannung wird festgestellt, ob die Isolation auch unter extremen Bedingungen zuverlässig funktioniert und keine gefährlichen Durchschläge entstehen. 

Temperaturprüfungen im Klimaschrank 

Temperaturtests werden in speziellen Klimakammern durchgeführt. In diesen Klimaschränken werden Geräte extremen Temperaturbedingungen ausgesetzt, um ihre Funktionsfähigkeit und Stabilität unter realistischen Umwelteinflüssen zu überprüfen. 

Diese Prüfungen sind insbesondere für Geräte relevant, die unter wechselnden klimatischen Bedingungen betrieben werden. 

Leistungsmessungen zur mechanischen Festigkeit 

Im Rahmen von Leistungsmessungen wird die mechanische Belastbarkeit eines Geräts geprüft. Dabei wird untersucht, wie robust der Prüfling gegenüber mechanischen Einwirkungen und Belastungen ist. 

Diese Tests stellen sicher, dass Geräte auch unter anspruchsvollen Einsatzbedingungen zuverlässig funktionieren und den geltenden Normen entsprechen. 

Elektrische Sicherheitsprüfung: Internationale Normen und Richtlinien

Für die Marktzulassung elektrischer und elektronischer Produkte müssen Hersteller weltweit unterschiedliche Sicherheitsnormen, Richtlinien und Zertifizierungsprogramme erfüllen. Diese Regelwerke definieren Anforderungen an die elektrische Sicherheit, Produktsicherheit und Risikominimierung und bilden die Grundlage für Prüfungen, Konformitätsbewertungen und Zertifizierungen. 

Je nach Zielmarkt gelten unterschiedliche regulatorische Vorgaben – beispielsweise für den europäischen Binnenmarkt, Nordamerika oder internationale Märkte. Zu den wichtigsten Standards und Zertifizierungssystemen gehören die EU-Niederspannungsrichtlinie, internationale Programme wie das CB Scheme sowie nationale Zulassungen wie die NRTL-Zertifizierung. 

EU-Niederspannungsrichtlinie (2014/35/EU) 

Die Niederspannungsrichtlinie (Low Voltage Directive, LVD) gilt für elektrische Betriebsmittel mit einer Nennspannung von: 

  • 50 bis 1000 V Wechselspannung (AC) 
  • 75 bis 1500 V Gleichspannung (DC) 

Sie definiert grundlegende Sicherheitsanforderungen für elektrische Geräte und soll Gefährdungen für Menschen, Tiere und Sachwerte minimieren. Die Einhaltung dieser Anforderungen ist Voraussetzung für die CE-Kennzeichnung und damit für den Vertrieb elektrischer Produkte innerhalb der Europäischen Union. 

CB Scheme (IECEE) 

Das CB Scheme (Certified Body Scheme) ist ein internationales Zertifizierungssystem für elektrische und elektronische Produkte. Es ermöglicht die gegenseitige Anerkennung von Prüfberichten und Zertifikaten zwischen mehr als 50 teilnehmenden Ländern. 

Für Hersteller bedeutet das: 

  • vereinfachter Zugang zu internationalen Märkten 
  • reduzierte Mehrfachprüfungen 
  • schnellere Zertifizierungsprozesse 

NRTL-Zertifizierung für USA und Kanada 

Für den Vertrieb elektrischer Produkte in den USA und Kanada ist häufig eine Zertifizierung durch ein NRTL (Nationally Recognized Testing Laboratory) erforderlich. 

Dabei werden Produkte nach anerkannten Sicherheitsstandards wie UL- oder CSA-Normen geprüft, um ihre Konformität mit den regulatorischen Anforderungen des nordamerikanischen Marktes nachzuweisen.

Wichtige Sicherheitsnormen für elektrische Geräte 

Neben regulatorischen Richtlinien spielen auch internationale Produktnormen eine zentrale Rolle bei der elektrischen Sicherheitsprüfung. 

Zu den wichtigsten Normen gehören: 

  • DIN EN 62368-1 – Sicherheitsanforderungen für Audio-, Video-, Informations- und Kommunikationstechnik
  • DIN EN 61010-1 – Sicherheitsanforderungen für elektrische Mess-, Steuer-, Regel- und Laborgeräte 
  • DIN EN 60601-1 – Sicherheitsanforderungen für medizinisch-elektrische Geräte 

Diese Normen definieren konkrete Prüfverfahren, Grenzwerte und Schutzmaßnahmen, die sicherstellen, dass elektrische Geräte im Normalbetrieb sowie im Fehlerfall keine Gefährdungen verursachen. 

Unsere Prüflabore und Testmöglichkeiten für elektrische Sicherheitsprüfungen 

An unseren modern ausgestatteten Standorten bieten wir elektrische Sicherheitsprüfungen unter realistischen Einsatzbedingungen: 

  • Spezialisierte Prüfplätze für Hochspannung, Ableitströme & Temperaturverhalten 
  • Klimakammern für Umwelteinflüsse 
  • Vor-Ort-Prüfungen bei Bedarf möglich 
  • Dokumentation & Prüfberichte in verschiedenen Sprachen 

Elektrische Sicherheit testen lassen - bei cetecom advanced

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Ihre Vorteile mit cetecom advanced

  • International anerkannte Prüfberichte für den schnellen & erfolgreichen Marktzugang
  • Breites Portfolio an Prüf- und Zertifizierungs-Leistungen
  • Unterstützung bei der Einhaltung relevanter Normen und Richtlinien
  • Schnelle Prüf- & Zertifizierungsprozesse 
  • Einschlägige Akkreditierungen für Ihre Geschäftsfelder
  • Jahrelange Expertise über viele Branchen hinweg
  • Persönliche Ansprechpartner & individuelle Beratung 

Akkreditierungen im Detail

DAkkS - Deutsche Akkreditierungsstelle

Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS)

Unser Labor in Essen ist von der DAkkS gemäß DIN ISO 17025 akkreditiert,
verschiedenste Prüfungen der elektrischen Sicherheit durchzuführen.

Detaillierte Informationen zu unserem Akkreditierungs-Umfang für unsere Labore in Deutschland finden Sie auf unserer Akkreditierungsübersicht.

Fachwissen zur elektrischen Sicherheit - FAQ

Warum ist die elektrische Sicherheit wichtig?

Elektrische Sicherheit vermeidet Gefährdungen für den menschlichen Körper – etwa durch verschiedene Einwirkungen wie mechanische, thermische, elektrische oder strahlungsbedingte Risiken, die selbst von Kleinelektrogeräten ausgehen können. Ein Nachweis der elektrischen Sicherheit ist daher Grundvoraussetzung für die Marktzulassung von elektronischen Geräten. 

Was ist eine elektrische Sicherheitsprüfung?

Im Rahmen einer elektrischen Sicherheitsprüfung wird getestet, ob von einem Gerät / Produkt eine Gefahr ausgeht bzw. unter welchen Umständen es zu einer Gefährdung kommen kann.  

Durch eine Reihe von Stress- und Belastungstests wird ermittelt, ob die nachfolgenden Risiken eintreten: 

  • Elektrische Gefährdungen, z. B. durch elektrischen Schlag oder Fehlerströme  
  • Mechanische Gefährdungen, z. B. durch bewegliche Teile oder scharfe Kanten  
  • Brandgefahr, etwa durch Überhitzung oder Kurzschlüsse  
  • Verbrennungsgefahr, z. B. durch heiße Oberflächen oder Bauteile  
  • Strahlungsgefahr, z. B. durch Laserstrahlung oder akustische Emissionen 

Ist eine Prüfung der elektrischen Sicherheit vorgeschrieben?

Ja, und zwar immer dann, wenn es sich bei den zu prüfenden Teilen um elektronische Geräte handelt. In der Regel verfügt jedes Zulassungsregime über eigene Standards, nach denen die elektrische Sicherheit von technischen Geräten geprüft wird. Deshalb ist es unabdingbar, sich über die jeweiligen Anforderungen zu informieren. 

Welche Informationen braucht cetecom advanced für die Durchführung von Prüfungen der elektrischen Sicherheit?

Zur Auswahl der adäquaten Prüfungen werden unter anderem folgende Informationen benötigt:

  • Stromnetz: Für welche Netzform ist das Gerät ausgelegt? (Nur für AC oder DC – oder beides?) 
  • Sind im Gerät Batterien oder Akkus verbaut? 
  • Allgemeine Funktionsbeschreibung des Geräts 
  • Wer hat Zugang zum Gerät (normale Person, unterwiesene Person, Kinder) 
  • Betriebstemperaturbereich des Geräts 
  • Softwareversion und Hardwareversion (nur die vorhandene Software in Verbindung mit der vorhandenen Hardware erhält eine Zulassung) 
  • Informationen über das Gerät, Antragsteller und Hersteller 
  • Verschmutzungsgrad: 1 bis 3 
  • Überspannungskategorie: 1 bis 4 
  • Einsatzbereich des Gerätes 
  • Informationen aus dem Benutzerhandbuch und auf der Gerätekennzeichnung 
  • Blockdiagramm 
  • Schaltplan 
  • Stückliste (Bill of Materials, BOM) 
  • Layoutausdrucke (PDF) 
  • Bestückungsplan 
  • Darstellung der Lagenstapelung 

Außerdem ist eine vollständige Liste mit dem folgenden Inhalt notwendig: 

  • Sicherheitsrelevante Komponenten 
  • Komponenten, die eine sichere Trennung gewährleisten (z. B. im Hochspannungsbetrieb) 
  • Sicherheitsrelevantes Material (Leiterplatte, Gehäuse) 
  • Bauteile, die sich im Netzeingang befinden 

Darüber hinaus tragen folgende Informationen zu einem reibungslosen Ablauf bei: 

  • Apps und Erklärung der Anwendung 
  • Erklärungen, wenn Quellcode für WLAN usw. benötigt wird 
  • Laptop/Handy mit Software 
  • Passwörter zur Nutzung von Netzwerkportalen 
  • Kurzanleitungen zu erforderlichen Software-Einstellungen 
  • IP-Testreport 
  • Alter Sicherheits-Testbericht (falls vorhanden) 
  • Batterie-Testreport 
  • Einstellungen für den Betrieb mit maximaler Leistungsaufnahme 

Was ist der Unterschied zwischen einer NRTL-Zulassung und einer Zulassung nach dem CB-Scheme?

Der wesentliche Unterschied besteht in der regionalen Verfügbarkeit der beiden Zulassungssysteme NRTL und CB Scheme: Produkte, die von NRTL-anerkannten Laboren geprüft wurden, sind für den US-amerikanischen und kanadischen Markt zugelassen.  

Beim CB Scheme dagegen handelt es sich um ein multilaterales Abkommen, das aus der europäischen Commission for Conformity Testing of Electrical Equipment (CEE) hervorgegangen ist. Produkte mit dieser Zulassung dürfen in den Märkten der Mitgliedsstaaten der International Commission on the Rules for the Approval of Electrical Equipment (IECEE) gehandelt werden. 

Übersicht der Mitgliedsstaaten 

Woraus ergibt sich in der EN 62368 mit Ethernet die Prüfspannung von 1500 V?

Die 1500 V werden als transiente Spannung aus externen Stromkreisen angenommen.

Kabeltyp Zusätzliche Bedingungen Transiente Spannungen
Paarweise angeordnete Leiter – geschirmt oder ungeschirmt  Das Gebäude oder die Struktur kann, muss aber keinen Potentialausgleich haben.  1500 V 10/700 μs 

Nur differenziell, wenn ein Leiter in der Einrichtung mit Erde verbunden
ist.

Wichtig: Diese Anforderung gilt aber nur für Schnittstellen, die nicht Inhouse-Schnittstellen sind. 

Ist für AV-Geräte mit einem Lüfter als einziges mechanisch bewegtes Element die Niederspannungsrichtlinie ausreichend oder muss auch die Maschinenrichtlinie beachtet werden?

AV-Geräte fallen unter die EN 62368-1. Dort werden in Kapitel 8 (Mechanik) auch bewegte Teile in Betracht gezogen. Lüfter werden entsprechend klassifiziert und Schutzmaßnahmen gefordert. Die Maschinenrichtlinie muss hier also aus Zulassungssicht nicht zwingend herangezogen werden.

Was ist mit Batteriedokumentation gemeint?

Wenn Batterien im Gerät verbaut sind, werden ein Datenblatt und ein Zertifikat benötigt. Gleichzeitig müssen die Batterien bereits nach ihrem Produktstandard geprüft sein (z. B. IEC62133-2 für eine LithiumSekundärBatterie).

In der EN 62368-1 sind zudem ZusatzAnforderungen in Annex M definiert:. Dort wird geprüft, ob eine Überladung von wieder aufladbaren Batterien möglich ist; Der Kurzschluss der Batterie, Laden einer wieder aufladbaren Batterie mit vertauschten Polen (wenn es möglich ist) und Fehler in der Lade- und Entladeschaltung werden durchgeführt. 

Wenn die Zulassung nur für die aktuelle Software gilt, muss das Gerät durch die komplette Zulassung, wenn der Hersteller Firmware-Updates veröffentlicht? Muss die Prüfung mit jeder neuen Softwareversion wiederholt werden?

Nein, nicht zwingend. Es muss aber mittels Risikoabschätzung ermittelt werden, ob das FW-Update Einfluss auf die bisherige Konformitätsaussage hat. In jedem Fall muss die DoC (Declaration of Conformity) auch für die neue SW/HW-Kombination ausgefüllt werden. Ob neue Prüfungen notwendig sind, zeigt die Risikoanalyse. 

Gilt die Niederspannungsrichtlinie (LVD) für batteriebetriebene Geräte (< 50 V DC AC oder <75 V DC)?

Die Niederspannungsrichtlinie (LVD – Low Voltage Directive) gilt erst ab einer Spannung von 50 V AC oder 75 V DC. Sollte Ihr Gerät unter die RED-Richtlinie fallen, gilt für das Gerät automatisch auch die Niederspannungsrichtline (Spannungsgrenzen werden auf 0 V herabgesetzt.). Sollte Ihr Gerät nicht unter die RED fallen, fällt Ihr Gerät eigentlich auch nicht unter die Niederspannungsrichtline 

Es gilt jedoch das Produktsicherheitsgesetz, welches vorgibt, dass keine Geräte unsicher auf den Markt gebracht werden dürfen. Sie können als Hersteller selber die Sicherheit gewährleisten (nicht empfehlenswert) oder trotzdem nach der Niederspannungsrichtline prüfen. Wir empfehlen, Ihr Gerät trotzdem nach der Niederspannungsrichtline zu prüfen, damit können Sie als Hersteller die Konformität der Niederspannungsrichtlinie mit einem gültigem Prüfbericht belegen. 

Muss ich z. B. für eine batteriebetriebene Taschenlampe eine Prüfung nach EN 62368 durchführen?

Eine batteriebetriebene Taschenlampe fällt nicht unter die LVD. Es gilt das Produktsicherheitsgesetz, welches die Vorgabe macht, dass keine Geräte unsicher auf den Markt gebracht werden dürfen. Sie sollten nur zertifizierte Batterien einbauen.  

Wenn Sie sich nicht sicher sind, dass Sie das Produktsicherheitsgesetz einhalten, empfiehlt sich trotzdem eine Prüfung nach LVD. In diesem Fall findet aber die EN 62368-1 keine Anwendung. 

Gibt es eine Checkliste, um wichtige Basics zur elektrischen Sicherheit schon bei der Entwicklung zu berücksichtigen?

Eine Checkliste gibt es leider nicht. Es empfiehlt sich, den Standard zu kaufen und auf die Sicherheitsaspekte einzugehen. Da jedes Gerät individuell ist, ist die Anwendung von Schutzvorrichtungen auch individuell und kann nicht allgemein pauschalisiert werden. 

Welche ist die aktuelle Edition der IEC 62368-1?

Bei der IEC 62368-1 Edition 4 handelt es sich um die aktuelle Version des Standards. Diese ist aktuell (Stand: Juni 2026) in der EU noch nicht harmonisiert, aber gerade in Nordamerika stark verbreitet. Beim derzeitigen EU-Standard handelt es sich noch um die EN IEC 62368-1:2020, basierend auf Edition 3 der Norm. 

Welche Änderungen bringt die Edition 4 der IEC 62368-1?

Eine der wichtigsten Änderungen ist sicherlich der Wegfall der Klausel 4.1.1 der Vorgängerversion. Nach dieser durften Alt-Bauteile, die bereits nach den Standards IEC 60950-1 oder IEC 60065 geprüft wurden, ohne weitere Zertifizierung in einem elektrischen Gerät nach IEC 62368-1 verwendet werden. 

Diese Regelung ist nun in Edition 4 nicht mehr gültig. Dies bedeitet, dass für viele Bauteile eine nachträgliche Zertifizierung nach dem aktualisierten Standard erforderlich sein kann. Gerne beraten wir Sie dazu, ob diese Änderung Konsequenzen für Sie und Ihre Produkte mit sich bringt und welche Maßnahmen Sie eventuell ergreifen müssen, um die Konformität Ihrer Produkte mit nationalen Regelungen zu gewährleisten. 

Gibt es in anderen Ländern weltweit Pendants zur 62368-1, die erfüllt werden müssen?

Es sind keine Pendants zur 62368-1 bekannt. Es gibt aber andere Sicherheitsstandards, die Industrien fordern können, die aus Zulassungssicht aber nicht verpflichtend sind (CB-Scheme / NRTL-Scheme / UL-Zulassung). 

Was ist das Kriterium, das eine EMF-Prüfung erforderlich macht?

Im Wesentlichen ist diese Anforderung auch in der RED (Direktive für Funkgeräte) unter dem Punkt „Health“ enthalten, kann aber auch in die LVD fallen, je nachdem. Man muss zunächst unterscheiden zwischen körpergetragenen Geräten mit Funkinterface und nicht körpergetragenen Geräten. Körpergetragen meint, dass ein Gerät mehr oder weniger permanent in einem Abstand von weniger als 20 cm zum Körper getragen oder benutzt wird. Dann geht es um die Ausgangsleistung (gestrahlt). Geräte mit geringer Sendeleistung 

  • Bewertung der Einhaltung der Niedrigleistungsausschlussgrenze gemäß EN 62479 
  • Frequenzbereich 10 MHz – 300 GHz 
  • ≤ 20 mW für die Exposition der Allgemeinbevölkerung 
  • ≤ 100 mW bei beruflicher Exposition 
  • durch Beurteilung der Einhaltung der Ausschlussgrenze 

Generell kann die Gewährleistung des Gesundheitsschutzes (RED 3.1a) kann je nach Gerätetyp unterschiedlich bewertet/getestet werden: 

  • Geräte mit einem Verwendungsabstand > 20 cm –> Auswertung durch eine MPE-Berechnung 
  • Geräte mit einer physischen Reichweite < 20 cm –> Auswertung durch SAR-Messungen, wenn die Ausgangsleistung (gestrahlt) von 20 mW überschritten wird. 

Was sind die Unterschiede in der erforderlichen Dokumentation für Consumer bzw. Enterprise Produkten?

Die Richtlinie unterscheidet zunächst mal nicht nach Endanwender. Das passiert erst in der EN 62368-1. Bei der Sicherheitsbewertung wird berücksichtigt, wer mit dem Gerät arbeiten wird und ob es für diesen Anwender sicher ist, mit dem Gerät zu arbeiten. Die Dokumentation ist dabei erstmal die Gleiche für alle Anwender. Ggfs. ist diese für den unbedarften Benutzer anders geschrieben, als für den professionellen Benutzer, das ist aber nicht vorgeschrieben. 

Können gewisse Sicherheitshinweise entfallen, wenn man von professionellen Nutzern (Annahme: Elektrofachkraft) ausgeht?

Die Schutzvorrichtungen richten sich nach dem Benutzer. Je nach Gerät können einzelne Sicherheitshinweise entfallen, wenn es für eine Fachkraft ersichtlich ist. Grundsätzlich gilt aber auch, dass durch den Wegfall dieser Hinweise (etwa zur elektrischen Sicherheit) keine zusätzlichen Risiken für den Benutzer entstehen dürfen. 

Welche Richtlinie ist für die elektrische Sicherheit von elektrischen Geräten < 50 V AC oder <75 V DC zuständig?

Hier gilt grundsätzlich nicht die LVD. Es gilt das Produktsicherheitsgesetz, welches ausdrückt, dass keine Geräte unsicher auf den Markt gebracht werden. Sie können als Hersteller selber die Sicherheit gewährleisten (nicht empfehlenswert) oder trotzdem nach der Niederspannungsrichtline prüfen. Wir empfehlen, Ihr Gerät trotzdem nach der Niederspannungsrichtline zu prüfen, damit können Sie in Ihrer Herstellerkonformität die Konformität der Niederspannungsrichtlinie mit gültigem Prüfbericht belegen. 

Welche Vorteile für das Endgerät gibt es, wenn Komponenten des Endgeräts bereits nach der Safety-Norm getestet wurden?

Der größte Vorteil ist natürlich der Kostenfaktor. Wenn z. B. Netzteile, Transformatoren, VDR oder dergleichen im Gerät verbaut sind, werden diese nur im Rahmen der 62368-1 auf den Anwendungsbereich überprüft. Sicherheitsrelevante Komponenten müssen nach bestimmten Normen zertifiziert sein. Sonst müssten diese separat getestet werden. 

Was ist bei Motherboards im Hinblick auf 62368 (Annahme: Motherboards sollen in einen PC oder ein Gerät integriert werden) zu beachten?

Im Allgemeinen ist es nicht erforderlich, die integrierte Komponente selbst zu testen. Es wäre aber auf jeden Fall sinnvoll, die Endgeräte-Anforderungen für LVD zu respektieren. Dies gilt z. B. für den Temperatureinsatzbereich, da die Hauptplatine und ihre Komponenten zusammen mit dem Endgerät geprüft werden. Eine Vorabprüfung kann also stattfinden, ist aber kein „Muss“, da die Platine selbst nicht allein agieren kann. Auf jeden Fall spart eine vorgetestete Hauptplatine Kosten für das zu testende Endprodukt. 

Wenn ein Gerät mit einer Stromspannung von beispielsweise 12 V DC - 10A gekennzeichnet ist, was bedeutet das genau? Unter welchen Bedingungen darf diese Spannung nicht überschritten werden?

Die Spannungs- und Stromnennwerte gelten für das Gerät in jedem Fall und Zustand, da dies die normalen Betriebsbedingungen sind. Diese sind aufgeführt, um einen Betrieb mit z.B. 110 V zu verhindern. Störungszustände werden hier nicht berücksichtigt. 

Wo kann ich eine Liste der DIN-Normen finden?

Sind passive Lautsprecher unter der Niederspannungsrichtlinie abgedeckt?

Nein, sie fallen nicht unter die Niederspannungsrichtlinie, da sie nicht aktiv mit Strom versorgt werden. 

In der RED-Richtlinie wird nicht auf die Sicherheitsnorm 62368-1 verwiesen. Bedeutet das, dass ich weiterhin die alte Sicherheitsnorm (60065/60950-1) verwenden kann?

Die RED-Richtlinie beinhaltet keine Sicherheitsnorm in seiner Liste der harmonisierte Standard, aber verweist auf die LVD-Richtlinie mit eine Spannungsgrenze von 0V 

Ist es möglich, dass ein Gerät die EN 62368 besteht, jedoch die Anforderungen des CB-Verfahrens nicht erfüllt?

Das CB-Scheme basiert auf den IEC-Standards unter Berücksichtigung nationaler Abweichungen; dabei kann es vorkommen, dass zwar die EU Group Differences (EN-Anforderungen) eingehalten werden, jedoch die nationalen Abweichungen anderer Länder nicht erfüllt sind. 

Kontaktieren Sie uns 

Sie haben Fragen zur elektrischen Sicherheit Ihres Produkts? Wir begleiten Sie von der Prüfung bis zur internationalen Zertifizierung.  

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